fbpx

TOP

Getestet: der neue Platz in Andermatt

Der Golfplatz Andermatt Swiss Alps ist für alle Einheimischen, Zweitwohnungsbesitzer und Übernachtungsgäste der Region Andermatt-Urserental und der Gemeinde Tujetsch geöffnet. Für die Öffentlichkeit ist er erst ab Frühjahr 2016 bespielbar. Wir haben den Platz an einer Presse-Einladung gespielt und getestet.

Für den Espresso vor dem Start bietet ein Event-Zelt provisorischen Unterschlupf, das Clubhaus befindet sich noch im Bau. Dann geht’s zum ersten Loch, einem flachen Par 4 von 368 Metern ab Gelb. Sofort wird klar, wer heute das Sagen hat: der Wind, der Föhn, genauer gesagt, der kraftvoll von den Bergen in die flache Talsohle herunterfegt. Auf dieser Höhe von 1440 M.ü.M. ist er noch nicht der warme Kopfwehwind, den man im Mittelland kennt. Hier weckt er, kühl und kräftig, eher Assoziationen an atlantische Weiten in Irland oder Schottland. Auf sieben Bahnen insgesamt haben wir ihn heute gegen uns, sieben Mal verhilft er uns dafür zu tollen Weiten.

Default Gallery Type Template

This is the default gallery type template, located in:
/home/www/web344/html/Wordpress/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/nextgen_gallery_display/templates/index.php.

If you're seeing this, it's because the gallery type you selected has not provided a template of it's own.

Die Fairways sind, bis auf drei Löcher, breit und flach. Die alpine Lage spürt man effektiv nur an wenigen Löchern, so zum Beispiel am dritten: Das Par 4 von 274 Metern verlangt einen relativ kurzen, aber steilen Abschlag, blind geschlagen dazu. Sonst aber ist der Platz meistens sehr übersichtlich. Oft schlägt man auch erhöht ab und kann lange genussvoll dem Ball nachschauen. Vor allem wenn, wie gesagt, der Wind von hinten hilft. Was das Spiel anbelangt, ist der Platz schon voll auf der Höhe, die Fairways und die Greens sind schon angewachsen und solide, sie ermöglichen ein gutes und faires Spiel. Zahlreiche natürliche Bäche und neuangelegte Seen warten auf Bälle, geben aber fairerweise auch jedem seine Chance.

Ein sportlicher Platz von Kurt Rossknecht

Fünf Kategorien Abschläge stehen zur Verfügung. Von den hintersten schwarzen hat Mann insgesamt 6337 Meter vor sich, für die Damen ab Rot verkürzt sich die Strecke auf 5068 Metern. Dem Architekten Kurt Rossknecht ist ein sportlicher Platz gelungen, der höhere und tiefere Handicapper erfreut. Verständlich, dass die Umgebung ästhetisch jetzt noch kein Highlight ist, es wird ja noch gebaut und gepflanzt. Die zahlreichen, über das ganze Gelände verstreuten Landwirtschaftsbauten sprechen mit ihren Wellblech- und Eternitdächern noch die Sprache der harten Arbeit, für die sie einst gebaut wurden. Es ist zu erwarten, dass das Gesamt-Bild des Platzes eines Tages etwas lieblicher werden wird. Es braucht ja kein falscher Alpen-Kitsch zu werden, aber auf etwas weniger von der militärischen Vergangenheit des Dorfes geprägte Funktionalität darf man sich freuen. Die bunte Bergflora, die sich auf den grossen Öko-Flächen wieder ausbreiten kann, wird bestimmt ein Augenfest ähnlich derjenigen im mit Andermatt assoziierten Golfplatz Realp.

Mit Patrick Widmer als Leiter Golf, vormalig in dieser Position in Losone, steht ein erfahrener Fachmann mit Unternehmungslust und Energie dem Team von zur Zeit 6 Personen vor. Die Reise in die Zukunft dieses ehrgeizigen Projekt ist gut gestartet, ein erstes, wichtiges Etappenziel erreicht: Die Gestaltung des 5* Superior-Hotels Chedi überzeugt innen und aussen, und ein Essen in einem der beiden Restaurants beweist es vollends: echte Spitzenklasse.

X