Dossier Public Golf: gemeinsame Presseerklärung

ASG ASGI Migros

Pressemitteilung, Epalinges, 6. September 2018

An der ersten gemeinsamen Pressekonferenz von ASG, ASGI und Migros präsentierten die Verantwortlichen die Basis für die neue Zusammenarbeit mit den Public-Golf-Organisationen. 

Im März wählten die Delegierten des Schweizerischen Golfverbandes einen fast vollständig neuen Vorstand mit Reto Bieler als Präsidenten. Er formulierte seine fünf wichtigsten Ziele:

  1. Wir brauchen einen Kulturwandel, im Verhalten und im Auftritt. Der «Spirit of the Game» leitet uns dabei.
  2. Wir müssen Strukturen, Prozesse, Rollen und Aufgaben klären.
  3. Wir sind ein Sportverband und greifen nicht ins Marktgeschehen ein. Wir subventionieren niemanden, wir geben keine eigene Karte heraus.
  4. Wir müssen die Machtverhältnisse den Marktanteilen anpassen.
  5. Wir brauchen eine ASG-Konkordanz. Die beiden Public-Organisationen sollen im Vorstand mit je einem Sitz vertreten sein.

«Der Golfmarkt hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren komplett verändert. Wir leben in einer Sharing-Wirtschaft, und der Anteil der Public-Golfer ist von 0 auf fast 40 Prozent angestiegen», begründet er die nötigen Anpassungen.

Gemeinsamer Vorschlag

«Dank den intensiven, aber äusserst fair geführten Diskussionen innerhalb der breit abgestützten Arbeitsgruppe können wir nun bereits einen sehr konkreten Vorschlag für die künftige Partnerschaft mit den Public-Golf-Organisationen vorlegen», sagte Reto Bieler als Präsident des Dachverbandes.

Statt wie bisher in zwei separaten Verträgen mit der ASGI und der Migros soll das Verhältnis in den Statuten geregelt werden. «Die Delegiertenversammlung im nächsten März wird über den gemeinsam erarbeiteten Lösungsvorschlag entscheiden. Wir hoffen stark, dass wir die nötige Mehrheit von zwei Dritteln der Clubs hinter uns haben», sagte Bieler vor den Medien.

Das sind die wichtigsten Eckpunkte des gemeinsam erarbeiteten Vorschlags:

  • Die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Golfverbandes, als oberstes Organ, soll die Lösung in den Statuten absegnen. Bisher waren die Vereinbarungen vertraglich geregelt.
  • In den Statuten der ASG soll eine neue Mitgliederkategorie «Public-Organisationen» (kurz PO’s) eingeführt werden. Die ASGI und die Golfcard Migros waren bisher Mitglieder der Kategorie «Angeschlossene Vereinigungen».
  • Die PO’s bezahlen einen Jahresbeitrag von neu 50 000 Franken statt wie bisher 300 Franken.
  • Jedes Aktivmitglied eines Clubs oder einer PO entrichtet einen identischen ASG-Beitrag. Dieser wird von der Delegiertenversammlung festgelegt, bisher war dieser für die PO’s vertraglich im gleichen Sinn geregelt.
  • Pro Aktivmitglied entrichtet jede PO zusätzlich einen jährlichen «Golfsport-Förderungsbeitrag» von 90 Franken, bisher vertraglich auf 65 Franken festgelegt. Davon entfallen 60 Franken auf die Förderung der Clubs. Diese Aktionen werden direkt zwischen den PO’s und den Clubs vereinbart. Es werden eine Jahresplanung und ein Reporting erstellt. Die verbleibenden 30 Franken pro Mitglied werden zur gemeinsamen Sportförderung von ASG, ASGI und Migros eingesetzt. Die ASG beteiligt sich ihrerseits mit 15 Franken pro PO-Aktivmitglied.
  • Die PO’s erhalten an der Delegiertenversammlung pro 1000 Mitglieder 3 Stimmen, im Maximum wären es 70 Stimmen.  Aktuell hiesse das: Die ASGI hat 51 und die Migros 54 von total 815 Stimmen. Bisher galt je 1 Stimme pro PO von insgesamt 712 Stimmen.
  • Der Vorstand beantragt, je einen Vertreter der ASGI und der Migros in den Vorstand zu wählen, bisher waren beide Organisationen im Gremium nicht vertreten.
  • Die PO’s verzichten auf die Herausgabe einer eigenen Handicap-Karte. Die Migros prüft, die bestehende Karte bereits Ende 2018 vom Markt zu nehmen, wird dies aber sicher spätestens auf Ende 2019 tun.

Ähnlich formuliert es ASGI-Generalsekretär Pascal Germanier: «Von der Einigung profitieren alle. Um Golf in der Schweiz weiterzuentwickeln, braucht es alle, auch Leute, die nicht in einem traditionellen Club aufgewachsen sind.» Mit dem Einbezug der ASGI in die Kommission der Mitglieder sei ein wichtiger Schritt gemacht worden. Nun hoffe er mit der Statuten-Änderung auf eine noch bessere Akzeptanz der clubfreien Golfer.

Anmerkung: Die Vorschläge sollen jetzt in die Vernehmlassung bei den Clubs und werden schlussendlich der DV der ASG im März 2019 vorgelegt. Für die Annahme resp. die Statutenänderungen braucht es 2/3 der Stimmen der DV.

Bild: Die Vorstände der Organisationen, v.l.: Andreas Cadisch (Migros), Franz Szolansky (ASGI), Barbara Albisetti (ASG), Reto Bieler (ASG), Pascal Germanier (ASGI) und Hans-Peter Schild (Migros)

 

 

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