ASGI Swiss Ladies Open: Start-Ziel-Sieg von Carolina Gonzalez Garcia in Gams

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Mit ihrer Fabelrunde von 63 Schlägen hatte Carolina Gonzalez Garcia am Donnerstag die Basis für ihren ersten Profisieg bei der ASGI Swiss Ladies Open gelegt. «Mein bisher wichtigster Sieg, der grösste Erfolg meiner Profikarriere», freute sich die 28-Jährige aus Barcelona nach Beendigung der Schlussrunde. In diese war die Spanierin mit drei Schlägen Vorsprung gestartet, hatte im Verlauf aber Nerven gezeigt und am Ende gar um den Sieg zittern müssen. «Ich war heute nicht ganz so nervös wie vor dem Start zur zweiten Runde, aber es gab einige bange Momente», gestand die Katalanin.

Nach zehn Löchern hatte sie die Führung kurzfristig an die in der gleichen Gruppe spielende Amateurin Emma Spitz abtreten müssen, sich auf Bahn 14 mit einem Birdie aber wieder an die Spitze des Leaderboards gesetzt. Mit drei Schlägen Vorsprung kam die Spanierin schliesslich auf den letzten Abschlag. Und machte es nochmals spannend. Auf dem einfachen Par 5 landete ihr Ball nach dem zweiten Schlag im Grünbunker, von wo ihn Gonzalez Garcia übers Grün hinweg ins Biotop schlug und einen Strafschlag nehmen musste. Der Approach geriet zu kurz, Carolina Gonzalez Garcia benötigte noch zwei Putts zum Doppelbogey – und zum Sieg. Dass es zum Titel gereicht hat, realisierte sie erst, als ihre Landsfrauen sie auf dem 18. Grün jubelnd umringten und mit Mineralwasser duschten.

«Ich habe versucht einen Schlag nach dem anderen zu spielen und alles andere – auch die Scores der Konkurrentinnen – auszublenden», erklärt sie ihr Erfolgsrezept. Augenzwinkernd gesteht sie, bei der ASGI Swiss Ladies Open einen kleinen Vorteil genutzt zu haben: «Ich wohnte diese Woche sozusagen auf dem Golfplatz, war bei einer Gastfamilie untergebracht, deren Haus neben Loch 6 steht – mein Zuhause für diese Woche», sagt sie strahlend.

ASGI Swiss Ladies Open

Carolina Gonzalez Garcia (Bild: Tobias Rudin)

Knapp wurde es am Ende für die Spanierin nicht wegen der beiden Mitspielerinnen im Schlussflight, sondern wegen Österreichs Olympia-Starterin Christine Wolf. Die Tirolerin spielte am Finaltag mit 68 Schlägen die beste Runde des Tages und schob sich so in der Schlussrangliste auf Rang zwei vor. Am Ende fehlt ihr ein Schlag zum Play-off. Wo sie diesen liegen gelassen hat, weiss die 27-Jährige genau: «Ein ärgerlicher 3-Putt auf der 17.» Mit Galgenhumor kann sie dem geteilten zweiten Rang dennoch etwas Gutes abgewinnen: «Tonje Daffinrud und ich werden uns nächste Woche in Marokko das Zimmer teilen. Ein Stechen heute wäre keine gute Reisevorbereitung gewesen.» Die Norwegerin hatte ebenfalls an Loch 17 ein Bogey kassiert – und teilt sich diese Woche mit Wolf Platz zwei.

Emma Spitz, die 16-jährige Amateurin vom GC Schönborn, spielte ein beeindruckendes Turnier und zeigte bei ihrem ersten Antreten bei den Professionals erst auf den letzten sechs Löchern Nerven. Auf der 13 schlug sie den Drive ins hohe Gras, musste einen Strafschlag nehmen und am Fairway droppen. Es resultierte ein Bogey, während die spanische Proette das Par schaffte. «Schade. Vor allem, dass ich an der 14 nochmals ein Bogey kassierte und Carolina mit einem Birdie davoziehen konnte», so Spitz. Am Schlussloch aber liess die ÖGV-Nationalspielerin nochmals ihr Potenzial aufblitzen. Zwar war auch ihr zweiter Schlag im Sand gelandet und der Ball nach einem missglücken Bunkerschlag hinter dem Green in ungemütlicher Lage zu liegen gekommen, doch die 16-Jährige spielte aus zehn Metern einen beeindruckenden Lob-Shot auf die kurz gesteckte Fahne. Faboulös rettete sie das Par – und Rang vier sowie den Ehrenpreis für die beste Amateurin.

Für die Schweizerinnen endete das Heimturnier eher ernüchternd. Beste Eidgenossin bei der ASGI Swiss Ladies Open war die 22-jährige Amateurin Rachel Rossel als 15. «Ich bin mit meinem Spiel am Finaltag ganz zufrieden, habe mir einige Birdiechancen erarbeiten können, leider sind nicht alle Putts gefallen», resümiert die Berner Oberländerin. Das Turnier sei für sie eine tolle Erfahrung und Möglichkeit gewesen, Tour-Luft zu schnuppern. Die 5-unter-Par-Runde vom ersten Tag nimmt sie als Motivation mit zur spanischen Strokeplay Championship, die kommende Woche stattfindet.

Von den sieben angetretenen Schweiter Proetten schaffte es einzig die auf der LETAS und der China LPGA Tour spielende Anaïs Maggetti in die Schlussrunde. Die Tessinerin beendete das Turnier auf Rang 38. Caroline Rominger, Valeria Martinoli, Clara Pietri, Eva-Maria Moehwald, Melanie Mätzler und Tamara Scheidegger scheiterten – teils deutlich – am Cut. Den sieben (weiteren) Amateurinnen des Schweizer Verbands erging es nicht besser.

ASGI Swiss Ladies Open, Gams-Werdenberg, Par 72. 30’000 Euro. Endstand nach 3 Runden:

1. Carolina Gonzalez Garcia (ESP) 208 Schläge (63/71/74); 2. Tonje Daffinrud (NOR) 209 (71/69/69) und Christine Wolf (AUT) 209 (67/74/68); 4. Emma Spitz (AUT/Am) 210 (70/67/73), Lynn Carlsson (SWE) 210 (69/73/68) und Laura Murray (SCO) 210 (69/71/70); 7. Miriam Nagl (BRA) 211 (68/73/70). Ferner: 15. Rachel Rossel (SWI/Am) 213 (67/75/71); 38. Anaïs Maggetti (SWI) 219 (71/74/74).

Beitragsbild: Die Spanierinnen feiern Carolina Gonzalez Garcia (Bild: Tobias Rudin)

 ASGI Swiss Ladies Open 2016

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