Die ASG gibt Lizenzen für clubfreie Golfer künftig selber heraus

clubfreie Golfer
Link zum Dossier Public Golf

 

In einer Pressemitteilung kommuniziert die ASG eine weitreichende Entscheidung mit Wirkung ab 2018 (ASGI) resp. 2019 (ASG GolfCard Migros):

Der Schweizerische Golfverband (ASG) übernimmt ab 2019 die alleinige Kontrolle über den Verkauf von Sportlizenzen. … Ab der nächsten Saison führt der Schweizerische Golfverband (ASG) die Handicap-Verwaltung für die ASGI-Spieler, ab 2019 auch für die Inhaber der ASG GolfCard Migros. „Diese Verträge waren nun zehn Jahre gültig. Nun wollen wir nach Ablauf Ende Jahr selber eine Sportlizenz herausgeben, statt dies der ASGI und der Migros zu überlassen“, erklärt ASG-Präsident Jean-Marc Mommer. „So werden wir ab 2018 die Handicaps der ASGI-Mitglieder zentral bei uns verwalten, der Verkauf der Karten läuft direkt zwischen unserem ASG Büro in Epalinges und den clubfreien Golferinnen und Golfern. Das Gleiche passiert ein Jahr später mit den Inhabern der ASG GolfCard Migros.”

Das Geld aus dem Verkauf der Sportlizenzen an die „Clubfreien“ soll an die Clubs verteilt werden. „Wir rechnen mit einem substanziellen Beitrag aus dem Verkauf, der direkt und transparent an alle Clubs zurückfliesst. Wie viel das sein wird, kann man derzeit nicht sagen. Die Clubs sollen direkt vom Erfolg der neuen Public-ASG-Karte profitieren“, erläutert Mommer.

Für die bisherigen Public-Golfer ändere sich „eigentlich nichts“. „Sie erhalten die Karte statt von der ASGI oder Migros direkt von der ASG“, sagt der Präsident des Schweizerischen Golfverbandes.

Wird die Lizenz teurer?

In einem Interview auf GolfSuisse.ch aüssert sich Mommer auch dazu, ob die Mitgliedschaft teurer wird: “Nein, ganz sicher nicht. Wir wollen möglichst viele Golferinnen und Golfer überzeugen, dies auch mit einem Preis von unter 300 Franken. Die Details liegen noch nicht vor, da sind wir noch in Diskussionen, natürlich auch mit unseren Clubs.”

Viele offene Fragen

Die ASGI wie auch die Migros mussten bisher bereits für jedes Mitglied 85 Franken an die ASG abliefern. Weitere 65 Franken mussten sie in die Förderung des Golfs in der Schweiz stecken. Was mit diesen Aktivitäten geschieht ist unklar. Ebenso unklar ist, was mit den Turnierserien passiert, die von beiden Organisationen geschaffen und betrieben wurden.

Die Migros war in den vergangenen Jahren der “Brutkasten” für neue Golfer in der Schweiz, weil sie viel Arbeit und Geld in die Ausbildung von Golfeinsteigern gesteckt hat; wer übernimmt diese Arbeit?

Kann die ASGI ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Lizenzen weiter existieren? Sind die Mitglieder bereit, einen Beitrag für eine Mitgliedschaft ohne Lizenz zu bezahlen? Die ASG sucht bereits Mitarbeiter für die Handicap-Verwaltung in Epalinges. Werden umgekehrt einige Mitarbeiter der ASGI bald den blauen Brief bekommen?

Wie will die ASG verhindern, dass die Migros “ihre” Clubfreien bei den eigenen Colfclubs integriert mit einem Modell, das ohne Eintrittsgebühr auskommt? Werden nicht auch viele Clubs versuchen, die freigewordenen Clubfreien mit attraktiven Angeboten – ebenfalls ohne Eintrittsgebühr – bei sich aufzunehmen?

GOLFHOME.CH wird versuchen, in den nächsten Tagen und Monaten Antworten auf diese Fragen zu finden.

 

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